3. Urania-Schnellschachturnier 27.12.2007
"High-Tech, Haschkekse und Halluzinationen"
Etwas gewagt, aber treffend ist der Titel meines Berichts vom 3. Urania-Schnellschachturnier allemal. Auch wenn vielleicht nicht alle der 18 Teilnehmer ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
 Genug Platz im hellen Turniersaal |
Die hervorragenden Spielbedingungen in der "Sportarena" am Stadion im Buschmühlenweg trugen jedenfalls zu einer angenehmen Atmosphäre bei, und so konnten 7 Runden Schnellschach problemlos über die Bühne gebracht werden.
Schiedsrichter Falco Nogatz machte einen sehr entspannten Eindruck, und Gejammer über Proteste, Auslosungsprobleme oder Batterieermüdung bei den elektronischen Uhren ist mir nicht zu Ohren gekommen. |
High-Tech
| Mittlerweile sind die bereits erwähnt elektronischen Uhren ja fast schon zum Standard geworden - dass die Auslosung und der Zwischenstand aber vom Laptop auf einen riesigen Flatscreen übertragen werden, ist zumindest in unseren Breiten ein Novum. Eine interessante Idee - wildes Gedrängel vor den Aushängen und Geschubse unter Kurzsichtigen können so verhindert werden.
|  Dave Möwisch mit seinem großen Gerät |
Haschkekse
 Doping im Schach! |
Ein trauriges Thema - aber die nach Aussage von Turnierleiter Dave Möwisch in stundenlanger, mühseliger Arbeit selbstgekauf ... ähm ... selbstgebackenen Kekse hatten wohl einen leistungssteigernden Effekt. Immerhin konnte der immer wieder nach Lust und Laune zugreifende Florian Kugler (USC Viadrina Frankfurt/Oder) am Ende auf stolze 6 Punkte verweisen. Die Untersuchung der sichergestellten Keksprobe in den Laboren des SV Briesen dauern zum jetzigen Zeitpunkt noch an - eine offizielle Protestschrift ist allerdings bereits vorbereitet! |
Halluzinationen
Leider verzichtet ich auf Einnahme der erwähnten Dopingkekse, und so erklären sich sicherlich auch die haarsträubenden Fehler, die mir immer wieder unterliefen.
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Was mir in der vierten Runde gegen Andreas Winkler (SV Preußen Frankfurt/Oder) durch den Kopf ging, als ich in obenstehender Stellung mit Weiß zur großen Rochade ansetzte, bleibt wohl ein Rätsel. Nach der Antwort d3 versuchte ich noch, mit energischer Bewegung, den kleinen Scherz Dg4+, aber nach der ebenso witzigen Antwort f5 (statt des offensichtlichen hxg4) gab ich auf. |
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Auch zwei Runden später gegen seinen Vereinskamerad Thomas Noack patzte ich nach Herzenslust. In der Stellung oben gewinnen wohl etliche Züge für Weiß, aber statt z.B. Dxg4 Txg4 Lf6 oder sogar Dh8+ Kd7 Txe7+ wählte ich die "spannende" Fortsetzung De5 Te6 Dc3 Sd7 Txe6?! fxe6 Te1? Lb4. Mit viel Glück konnte ich aber mit einem Bauer für die Figur und 8 Sekunden Restbedenkzeit bei meinem Gegner immerhin noch ein Remis sichern. |
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In der letzten Runde war es dann zunächst mal mein Gegner Norbert Bauer (SAV Torgelow), der mit Weiß auf das ausgleichende Dg4+ verzichtete, und sich auf die verlockenden Verwicklungen nach De5?! f6 Db8+ Kd7 cxd5 Sxd5 Txd5+ Dxd5 Dc7+ einließ. In der Endstellung nach diversen Zeitnotfehlern verfügte ich über einen Turm mehr, doch 11 Sekunden auf der Uhr des Gegners und die Halluzination eines Dauerschachs ließen mich Remis anbieten. |
Wenn nach einem Turnier das einzig positive persönliche Fazit bleibt, keinen Gegner über die Zeit gehoben zu haben, hätte man sich vielleicht doch ein paar EPO-Kekse einverleiben sollen?! Beim nächsten Mal back ich selbst was Feines!
Siegerehrung
 Gruppenbild des SAV Torgelow (Sieger Robert Zentgraf ganz rechts) |
Mit 5 Teilnehmern war der SAV Torgelow angereist, und stellte damit die zweitgrößte Delegation. Und sicherlich auch die erfolgsreichste.
Zwar zierten am Ende die jungen Spieler Mikael Ispirjan, Patrick Liptak und Paul Schmidt das Tabellenende, und auch Turnierfavorit Norbert Bauer musste zweimal die Segel streichen und belegte am Ende "nur" Platz 5.
Robert Zentgraf jedoch, als Nummer 2 der Setzliste, spielte furios auf und nach 6 Siegen in Folge reichte ein Remis zum Abschluss, um mit einem halben Punkt Vorsprung auf den Zweiten und 2 (!!!) Punkten auf den Drittplazierten souverän den ersten Platz zu belegen. |
Auch Titelverteidiger Florian Kugler kassierte gegen den Sieger eine Niederlage. Alle anderen Partien gewann er aber - unter anderem schob er den Autor dieser Zeilen gnadenlos zusammen. Dies reichte am Ende für den 2. Platz.
Zusätzlich zum glänzenden Pokal bekam er dann auch noch den "Krümelmonster-Gedächtnis-Preis" - eine Tüte "Pfeffernüsse" für die erfolgreichste Keks-Vernichtung.
(Selbstverständlich ist hier schon die zweite Protestnote aufgrund der skandalösen Vergabe von Doppelpreisen unterwegs!) |
 Zweitplazierter Florian Kugler (Man beachte den Sonderpreis in der linken Hand) |
Den dritten Platz mit 4,5 Punkten und der besseren Buchholzwertung erreichte Jürgen Fritsch vom SV Preußen Frankfurt/Oder.
Preise
 Für jeden einen Preis |
Neben den Pokalen für die ersten drei Plätze wurde allerlei Büromaterial von den Sponsoren bereitgestellt. So konnte jeder Teilnehmer einen kleinen Sachpreis in Empfang nehmen.
Da im Startgeld von lediglich 3 EURO auch noch ein Mittagessen inbegriffen war, kann man ohne Zögern von einem Turnier sprechen, das seinen Preis absolut wert ist! |
 Weg da! Ich will auch was! "Hauen und Stechen" um die Sachpreise |
Abschlusstabelle
| Rang | Name | Verein | Punkte | BuHo | SoBe |
| 1 | Robert Zentgraf | SAV Torgelow | 6,5 | 27,5 | 25,25 |
| 2 | Florian Kugler | USC Viadrina Frankfurt/Oder | 6,0 | 30,0 | 23,50 |
| 3 | Jürgen Fritsch | SV Preußen Frankfurt/Oder | 4,5 | 29,0 | 15,25 |
| 4 | Thomas Noack | SV Preußen Frankfurt/Oder | 4,5 | 27,5 | 16,50 |
| 5 | Norbert Bauer | SAV Torgelow | 4,0 | 31,0 | 15,75 |
| 6 | Holger Rücker | BSG Pneumant Fürstenwalde | 4,0 | 27,0 | 12,50 |
| 7 | Olaf Budach | SV Briesen | 4,0 | 26,0 | 12,75 |
| 8 | Martin Lehmann | USC Viadrina Frankfurt/Oder | 4,0 | 18,0 | 7,00 |
| 9 | Martin Staven | SV Preußen Frankfurt/Oder | 3,5 | 25,0 | 7,00 |
| 10 | Elisa Silz | USC Viadrina Frankfurt/Oder | 3,5 | 21,0 | 5,50 |
| 11 | Antje Lenz | vereinslos | 3,5 | 16,0 | 5,50 |
| 12 | Stefan Schwarz | SV Preußen Frankfurt/Oder | 3,0 | 28,5 | 9,00 |
| 13 | Andreas Winkler | SV Preußen Frankfurt/Oder | 3,0 | 28,5 | 7,50 |
| 14 | Nino Arndt | USC Viadrina Frankfurt/Oder | 3,0 | 21,5 | 8,25 |
| 15 | Jürgen Andexel | SV Preußen Frankfurt/Oder | 2,0 | 24,0 | 7,25 |
| 16 | Paul Schmidt | SAV Torgelow | 2,0 | 21,0 | 2,00 |
| 17 | Patrick Liptak | SAV Torgelow | 2,0 | 18,0 | 2,00 |
| 18 | Mikael Ispirjan | SAV Torgelow | 0,0 | 21,5 | 0,00 |